Der Regenwald
 

 

Je nach Niederschlagsmengen und geographischer Lage spricht man von immergrünen tropischen Feuchtwäldern, gemässigten Regenwäldern, sowie von Tiefland- (bis 1.200 m), Bergregenwälder (bis 2.000 m) oder Nebelwäldern (ab 2.000 m). Mehr als die Hälfte aller tropischen Regenwälder befinden sich im Amazonas-Becken, weitere im Kongo-Becken und in Indo-Malysischen Archipel. Während es in den Breitengraden 10° nördlich und südlich des Äquators täglich regnet, nennt man diese Bereiche auch immerfeuchte Regionen. Zwischen dem 10ten und 23,5ten Breitengrad kommt es im Jahresverlauf zu Trocken- und Regenzeiten, die sich wiederum auf die Struktur der Wälder auswirken. Diese sind meist niedriger und ihnen fehlt das "obere" Stockwerk. Durch Abholzen sind diese nur noch vereinzelt in Indien, Myanmar und Thailand zu finden
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Über der nur wenige Zentimeter dicken Humusschicht teilt sich der tropische Regenwald in verschiedene Stockwerke: Bodenvegetation, Strauchschicht, Unterholz, mittlere Baumschicht und Kronendach. Im Blattgewirr der verschiednen Waldstockwerke wird etwa 99% des einfallendes Lichtes verschluckt. Im Waldinneren entsteht somit ein eigenes Klima, wo Temperatur und Feuchtigkeit von den Baumkronen bis zum Waldboden die selben sind.
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Neben der Heimat von Millionen verschiedener Tier- und Pflanzenarten ist der Regenwald auch Lebensraum von vielen indigenen Völkern, die aus und vom Regenwald leben. Einige von ihnen wurden bislang noch nicht kontaktiert. Wegen der immensen Biodiversität - derzeit sind der Wissenschaft mehr als 1,8 Millionen Arten bekannt - nennt man ihn auch als Schatzkammer des Planeten. Etwa 7.000 Pflanzenarten sind essbar und nach Schätzungen enthalten etwa 30.000 essbare Teile. Jedoch haben nur etwa 150 Sorten Eingang im Welthandel gefunden. Ebenso wird der Regenwald als Süßwasserspeicher bezeichnet. Ca 25% des weltweiten Vorkommens wird allein im Amazonasbecken gespeichert. Diese riesigen Mengen von Wasser, sei es flüssig oder als Wasserdampf, haben auch einen wesentlichen, stabilisierenden Einfluß auf das Klima. Sie bewirken eine gleichmässige Temperatur (Tag/Nacht) zwischen 25 und 27 °C und verhindern dadurch starke Luftmassenbewegungen. Meist ist es im Regenwald windstill. Die Artenvielfalt bringt den Menschen auch Nutzen: Neben der Holz- und Papierindustrie finden sich im Boden riesige Vorkommen an fossilen Energieträgern, Erzen und Gold. Desweiteren freut sich die Pharma- und Kosmetik-Industrie über die natürlich vorkommenden Extrakte, die Liebhaber von Naturprodukten über die Pflanzenfasern, et cetera. Weitere Produkte: Soja, Palmöl und Kautschuk.
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Mitte des 18. Jahrhunderts begann die wirtschaftliche Ausbeutung Amazoniens. Neben dem Plantagenanbau von Kaffee, Reis und Baumwolle begann 1755 der rasante Aufstieg des Kautschukbooms. Mit der Industrialisierung Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Ausbeutung der Bodenschätze und die industrielle Agrar- und Weidewirtschaft vorangetrieben. In den letzten Jahren gewann die zunehmende Nachfrage nach erneuerbaren Energien als Ersatz von fossile Brennstoffen an Bedeutung.
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Neben den noch nicht bewiesenen klimatischen Veränderungen, hat die zunehmende Regenwaldvernichtung gravierende Auswirkungen auf die Biodiversität und das Leben ländlichen Bevölkerung. Der Lebensraum der indigenen Völker geht unwiederbringlich verloren.
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Um die vermuteten und bewiesenen Folgen zu stoppen, ist ein sofortiger Stopp der Regenwaldvernichtung unvermeidbar. Primärregenwälder müssen geschützt und gerodete Flächen wieder aufgeforstet werden. Erfolg ist nur durch die Mithilfe und Einsicht der industrialisierten Welt zu erwarten.
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