Kogi Indianer – Im Herz der Erde

Kalashe – das Herz der Erde – hier unterstützen wir das Volk der Kogi beim Schutz der Urwälder

Ganz im Norden Kolumbiens nahe der karibischen Küste lebt das indigene Volk der Kogi in einem Gebiet so groß wie das Saarland. In der Sierra Nevada de Santa Marta, diesem höchsten Küstengebirge der Erde, wo auf einem Streifen von 50 Kilometer Breite im Nordosten Kolumbiens traumhafte karibische Strände und tropisch-feuchter Dschungel auf trockene Wüsten, Nebelwald und schneebedeckte Berge treffen, leben die 21000 Kogi gemeinsam mit ihren Brudervölkern, den Arhuacos, den Wiwa und den Kankuamo, wie vor Hunderten von Jahren als absolute Selbstversorger – ohne Strom, Telefon, Straßen, ohne Geld. Bewusst lehnen Sie technische Hilfen ab, da sie nicht Teil unserer Welt sein möchten. Sie haben ihre eigene Sprache, keine Schrift und eine komplexe spirituelle Mythologie.

Als Columbus und die Spanier Südamerika eroberten, zogen sie sich hoch in die Berge zurück. Ihr Gold und ihr Land wurde ihnen geraubt, aber sie überlebten in der kargen Berglandschaft ab 2000 Meter Höhe, wohin sie flüchteten.

Die Kogi sind die gewissenhaften Hüter einer Tradition, Philosophie und Art des Denkens, das in nahezu allen anderen Gegenden der Erde ziemlich gründlich durch die Ausbreitung unserer westlichen Kultur ausgerottet wurde. Begünstigt durch die politische Situation in Kolumbien, wodurch kaum jemand es bis vor wenigen Jahren wagte, die Sierra zu bereisen, gelang es ihnen zwischen Drogen, Terror und Militär, ihren Lebensraum zu erhalten.

Sie selbst bezeichnen sich als die Älteren Brüder, wir Weiße sind die Kleinen Brüder, die vor langer Zeit das Land der Kogi über das große Wasser verlassen haben. Noch heute sehen sich die Kogi als Hüter der Erde, die Sierra Nevada ist das Herz der Erde, was sie beschützen. Sie schützen die Wälder, die Flüsse und Seen, die Gletscher und Täler. Gewisse Plätze in der Natur wie Flussmündungen, Bergseen oder Felsen sind für sie heilige Stätten, von denen aus sie mit Aluna, dem Ursprung, kommunizieren. Diese über die ganze Welt verteilten Stätten sind für sie wie Telefonzellen. Und sie reagieren jedes Mal sehr erstaunt, wenn ein Weißer dies nicht sofort versteht. Der englische BBC-Regisseur hat versucht, dies in seinem gemeinsam mit den Kogi produzierten Film ALUNA (hier der Youtube-Link: https://youtu.be/ftFbCwJfs1I ) zu erklären.

Sie erzählen, wie die Große Mutter eine Webspindel in das Gebirge der Sierra Nevada, Nordkolumbien, stieß, und so die Welt erschuf. Alles Leben auf der Erde ging von der Sierra Nevada aus. Die Aufgabe der Mámus, der Priester, Weisen und Schamanen, ist es, für Yulúka, für das Gleichgewicht auf allen geistigen und materiellen Ebenen zu sorgen. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, muss ihre Kultur überleben. Nur dann können sie die Erde retten. Und so entschied die große Versammlung vor gut 100 Jahren, dass sie sich nicht mehr in den Bergen verstecken dürfen, sondern mit dem Kleinen Brüdern wieder Kontakt aufnehmen müssen.

Ihre Botschaft und Bitte, die wir weitergeben wollen, ist:

„Wir sind da, um dieses Gebirge zu beschützen, denn so beschützen wir die Erde und die Welt. Alle Gebirge liegen im Sterben, denn der Kleine Bruder zerstört sie, indem er Kohle und Öl daraus hervorholt und die Erde überwärmt. Wir sind dafür nicht verantwortlich, aber wir leiden darunter. Wir sind die Großen Brüder, es liegt in unserer Verantwortung, über die Erde und die Welt zu wachen. Wir müssen das Gleichgewicht bewahren, und wir führen dafür die ganze spirituelle und geistige Arbeit aus. Wir sind traurig, zu sehen, dass nicht alle Menschengruppen das tun, was sie tun sollten, um die Erde zu achten. Wir brauchen den Kleinen Bruder, damit er uns hilft. Ihr müsst die Erde und die Welt verstehen lernen. Der Kleine Bruder muss uns helfen, unsere Erde wieder zurückzuerhalten. Helft uns, das Herz der Welt zu schützen!“

Oliver Driver hat zur Unterstützung der Kogi 2014 die Urwaldkaffee GmbH gegründet, die den Rohkaffee der Kogi deutlich über fairtrade-Konditionen kauft und exklusiv in Europa vermarktet. 20 % des Gewinns fließen zusätzlich an die Kogi. Auch dieses Geld dient dem Rückkauf von Land und insbesondere von heiligen Plätzen in der Natur. Als Name für das Projekt wählten die Ältesten der Kogi “kalashe“ (kalashe bedeutet in der Sprache der Kogi „Vater/Ahne des Waldes“). Noch ist das Projekt ziemlich klein und der Kaffeemarkt ist hart umkämpft. Deswegen freuen wir uns, die Kogi über unseren Verein ebenfalls unterstützen zu können.

Videos über die Kogi gibt es hier: https://www.urwaldkaffee.de/hintergrund/die-kogi-videos/

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