Wiederaufforstung Mawas – „Project Roland”

Mitte der 90er-Jahre wurde in Zentralborneo eine Million Hektar Sumpfregenwald abgeholzt. Lebensraum für tausende Tier- und Pflanzenarten wurde vernichtet. Es sollten 25.000 Indonesier vom überbevölkerten Java umgesiedelt werden, um Reis anzubauen. Doch der Boden ist für Reisanbau ungeeignet.

 

Es begann die größte Naturkatastrophe:

Um dem Boden auch nur einen Hauch von Nutzen ab zu wringen, wurden Entwässerungskanäle gezogen und der Sumpfboden trocken gelegt. Millionen Jahre alte Pflanzenreste kommen nun mit Luft in Kontakt und beginnen zu faulen. Das dadurch entstehende Kohlendioxyd und Methangas, sowie die alljährlich zunehmenden Torfbrände lassen Indonesien zu den größten Emitenden Klimaschädlicher Gase werden.

Mit Ihrer Unterstützung finanzieren wir das Mawas Schutzprogramm der BOS Foundation zum Schutz von 309.000 Hektar natürlichen Lebensraum für wilde Orang–Utans und der dort lebenden Bevölkerung. Wir haben uns für die Wiederaufforstung des Mawas-Sumpfregenwaldes entschieden. Direkt im Anschluss an den Tuanan-Orang-Utan-Forschungswald lassen wir speziell für Orang-Utans ausgelegte Bäume wieder anpflanzen. Jeder einzelne gepflanzte und durch unsere Aktion finanzierte Baum, trägt dazu bei, den zerstörten Lebensraum den unzähligen Tier- und Pflanzenarten im Mawas – Gebiet wieder zurück zu geben.

Betreut wird unsere Aktion von BOS-Mawas, die die Verbindung zwischen uns und der lokalen Bevölkerung hält. Leute aus den Gemeinden Tuanan und Mentangai suchen in den noch bestehenden Wäldern nach Baum-Samen, die speziell für Orang-Utans geeignet sind und bringen diese in eine unserer 2 Baumschulen. Dort werden die Bäumchen groß gezogen und später ins Aufforstungsgebiet gebracht. Im Oktober/November werden die Bäumchen von bis zu 10 Locals aus Mentangai verpflanzt. Bei einer Wachstumsperiode von 365 Tagen im Jahr entsteht so in etwa 15 Jahren langsam Stück für Stück ein neuer Orang-Utan-Wald. Damit die Bäumchen gut gedeihen, ist immer ein Mann direkt vor Ort und hält das Unkraut fern. Gleichzeitig achtet er auch auf Feuer und Trockenheit. Zu diesem Zweck wurden rund um die Aufforstung Hydranten verbaut, um einerseits bei Trockenheit die Bäume zu gießen und andererseits ein ausbrechendes Feuer bereits im Keim zu ersticken. Insgesamt werden durch unsere Maßnahmen 15 Menschen aus der Umgebung teilweise voll beschäftig. Bei einem Gespräch mit dem Regenten des Regierungsbezirkes “Kapuas” konnte im Juni 2017 ein gesonderter Schutzstatus für das Aufforstungsgebiet ausgehandelt werden. Unser Projekt wird auch als Vorzeige-Projekt zu Werbezwecken genutzt. In der nahe gelegenen Orang-Utan-Auffangstation “Nyaru Menteng” warten Dutzende auswilderungsfähige Orang Utans in Käfigen auf ihre Freiheit, doch im Moment gibt es keinen geeigneten Wald. Für sie werden mit unserem Projekt Info-Veranstaltungen abgehalten, um auch vor Ort Aufmerksamkeit für die roten Zotteln zu gewinnen. Ein Elektrizitätswerk finanziert bereits eine weitere Aufforstung, Verhandlungen mit anderen Firmen laufen.

Unser Team an der Schutzhütte im Aufforstungsgebiet

 

BOS-MAWAS

 

Das Mawas Gebiet umfasst zwei Hauptbezirke: Süd Barito und den Kapuas Bezirk mit insgesamt 53 kleinen Dörfern.

Neben der menschlichen Bevölkerung ist das Mawas Sumpfgebiet Zuhause für schätzungsweise 3.000 wilde und vom Aussterben bedrohter Orang-Utans und zählt zur letzten restlich verbliebenen Population dieser Art. Somit spielt das Mawas Schutzprogramm   eine sehr wichtige Rolle bei der Erhaltung der Orang-Utans und ihres Lebensraumes.

Aber auch die Erhaltung der allgemeinen biologischen Artenvielfalt, der Umwelt und der Entwicklung lokaler Gemeinschaften der Bevölkerung ist nicht weniger von Bedeutung.

 

Das Schutzprogramm im Mawas – Gebiet:

 

Teil der lokalen Baumschule zum Zwischenlagern der Setzlinge

 

  • trägt dazu bei, den Ausstoß klimaschädlicher Gase durch freiliegenden Torfboden zu veringern.
  • verstärkt das internationale Bewusstsein für gefährdete Arten und ihre langfristige Erhaltung im natürlichen Lebensraum.
  • bewirkt einen positiven wirtschaftlichen Einfluss für die Gemeinden im und um das Mawas – Gebiet
  • ist die Umsetzung des Abkommens über die biologische Artenvielfalt, der Agenda 21 zur nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung, des Abkommens über den internationalen Handel gefährdeter Arten und des Ramsar Abkommens über den Schutz gefährdeter Sumpfgebiete.
  • gibt die Möglichkeit zur dortigen Durchführung von Forschungsarbeiten durch eine Bereitstellung von (lokalen und internationalen) Stipendien für Mitarbeiter der lokalen Forschungsstationen.

 

Regenwald – Wiederaufforstung unter Einbeziehung der lokalen Bevölkerung

 

Ohne den Schutz ihres natürlichen Lebensraumes, sollte jedem nur allzu bewusst sein, dass es für die Borneo Orang – Utans keine Zukunft gibt. Deshalb unterstützen wir mehrere, von der BOS Foundation verwaltete Rehabilitationen und Schutzprogramme.

Durch ein nachhaltiges Wald- und Bewirtschaftungsmanagement werden nicht nur gefährdete Gebiete wieder aufgeforstet und geschützt, sondern auch die lokale Bevölkerung beschäftigt und gefördert, in dem diese an umweltfreundlichen und nachhaltigen Aktivitäten beteiligt wird. So finanzieren wir mit unserer Aktion „Ein Baum für ein neues Leben“ zahlreiche Aktivitäten der BOS Foundation zur Förderung von Kenntnissen und Fähigkeiten, sowie der Allgemeinbildung der lokalen Bevölkerung. Dabei wird ihnen der nachhaltige Umgang ihrer natürlichen Ressourcen beigebracht, um letztendlich ihre eigene Wirtschaft zu entwickeln und den Wald mit Bedacht zu nutzen.

Pflanzung von Pionierbäumen

 

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