Unser Vorstandsvorsitzender Roland Zeh ist gerade zu unserer Aufforstung nach Borneo gereist – und damit mitten in den Brandherd. Roland teilte mit dass es überall brennt und alle auf Regen hoffen. Mit Handpumpen auf Wassersäcken die zu Fuß zu den Brandherden getragen werden, wird notdürftig versucht die Feuer zu löschen. Wir brauchen daher EURE UNTERSTÜTZUNG, um Wasserpumpen anzuschaffen. Herzensdank für eure Spende an: IBAN: DE81 76050101 0010334217 mit dem Stichwort „Wasserpumpen“.
Roland berichtet:
Auf meiner Reise nach Borneo wurde ich oft von meinen Freunden, die mich online begleitet haben, gefragt, warum es dort so fürchterlich brennt. Die Ursachen sind mannigfaltig, jedoch treten gerade die 5 gravierensten direkt aufeinander.
Als aller erstes sind die geologischen Begebenheiten zu nennen. Wie auf der Grafik zu erkennen ist, brennt es überwiegend im Süden der Insel. Dort befinden sich meist Torf- oder Sumpfregenwälder. Und wenn Torf brennt, dann brennt es! Es ist nahezu unlöschbar. Wir erinnern uns an den Torfbrand des Truppenübungsplatzes im Emsland vor einigen Jahren. Wenn nun aus irgend einem Grund ein Feuer entsteht, so kann dieses an der Oberfläche gelöscht werden, jedoch tief im Untergrund glimmt es weiter, bis es irgendwann irgendwo wieder Sauerstoff bekommt. Und schon beginnt es an anderer Stelle ohne erkennbarer Ursache wieder an zu brennen.
Der zweite Grund liegt an der Trockenzeit, die etwa im Mai beginnt und so etwa im Oktober endet. Dadurch sinkt der Grundwasserspiegel in den Sümpfen und der Torf trocknet aus. Verstärkt wird dieser Effekt auch durch die Trockenlegung von Sümpfen durch den Bau von Entwässerungskanälen.
Der dritte Grund liegt beim Naturphänomen El Niño, der mit seinen steigenden Oberflächentemperaturen im Ost-Pazifik dem westlichen Pazifik und Indischen Ozean die Feuchtigkeit nimmt und mit gewaltigen Wassermassen an der Andenküste Süd- und Mittelamerikas einhergehen und dort zu Überschwemmungen und Erdrutschen führt. Dieses Phänomen wiederholt sich rund alle 5 bis 7 Jahre.
Die vierte Ursache liegt in der Klimaerwärmung, die den Effekt des El Niño noch weiter verstärkt. Dieses Jahr soll die Oberflächentemperatur des Ostpazifiks um 7-8 °C höher liegen als das langjährige Mittel. Durch diese hohen Temperaturen kann die Atmosphäre viel mehr Wasser aufnehmen, die woanders (z.B. Borneo) fehlt.
Der fünfte Grund ist der Faktor Mensch. Sei es die achtlos weggeworfene Zigarettenkippe oder das Kochfeuer der illegalen Goldschürfer und Holzschläger. Hinzu kommen Nachbarschaftsstreitigkeiten der Farmer und Bauern, die sich gegenseitig schon einmal das ein oder andere Stück Land in Brand setzen. Zuletzt sind noch die traditionellen Wanderfeldwirtschaften durch Brandrodung (Asche = Dünger) der heimischen Dajak zu erwähnen. Die oft erwähnte Selbstentzündung durch z.B. Glas ist in diesem Zusammenhang zu vernachlässigen, da dies so gut wie nie die Ursache ist.
Zur Zeit treffen all diese 5 Ursachen aufeinander. Vermutlich waren es anfangs nur ein paar wenige Feuer, die sich zu dieser Katastrophe ausgebreitet haben. Was es jetzt braucht ist massiver Regen, damit der Torf wieder durchnässt wird, und Pumpen. Pumpen, kräftig genug sind um große Mengen Wasser zu transportieren und beweglich genug sind, um möglichst schnell kleinere Brände an der Oberfläche zu löschen, bevor diese sich zu einer weiteren Katastrophe entwickeln.
Aktuell direkt von den Brandherden aus Borneo
Euer
Roland Zeh



